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23 Nov 2017

Gegen kurz vor Elf packten wir unsere Instrumente und Taschen in den Kajüten der MS Stubnitz zusammen. Wir hatten überlegt noch ein kleines Video an Deck zu drehen, vielleicht so etwas wie „Bears Cove“ zu spielen. Aber mit so vielen Leuten pünktlich weg zu kommen, ist...

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Köln - Kulturcafe Lichtung (23.11.2017)

Gegen kurz vor Elf packten wir unsere Instrumente und Taschen in den Kajüten der MS Stubnitz zusammen. Wir hatten überlegt noch ein kleines Video an Deck zu drehen, vielleicht so etwas wie „Bears Cove“ zu spielen. Aber mit so vielen Leuten pünktlich weg zu kommen, ist gar nicht so einfach. Ich war auch ganz froh, dass wir nichts spielten, denn ich war seit ein paar Tagen etwas mit der Stimme angeschlagen. Daher nutzte ich die Vormittage und Mittage damit vom Konzert-Vorabend zu regenerieren, Tee zu trinken, Halstabletten zu essen und leise zu reden, damit ich am Abend wieder Vollgas geben und die Stimme neu kaputtmachen konnte.

 

 

Wir fuhren also los. Isabella hatte mir noch während der Fahrt geschrieben, dass es ihr nicht so gut ging. Sie badete seit einiger Zeit ein Fieber aus, dass nach der Nacht in Hamburg wieder stärker ausgebrochen war. Daher hatten wir beschlossen, dass sie den Gig in Köln aussitzt und einfach gleich ins Hotel fährt, damit sie für München wieder fit ist.

 

Unsere Autos waren so aufgeteilt, dass Bene (unser Ton-Mann) mit Chris (Merch/Fotos), Isabella und T-Bone in einem Audi unterwegs waren. Währenddessen fuhren Luca, Felipe, Simon, Stine (Booking) und ich den großen Sprinter mit dem ganzen Zeug. Auf dem Weg nach Köln hatten wir uns über die gestrige Show unterhalten und ein paar Sachen besprochen, die wir an der Show anders machen wollten. Zum Beispiel spielten wir Bears Cove nicht auf der Bühne, sondern gingen mit unseren Instrumenten ins Publikum. Das kam auch immer super an. Das Problem war nur, dass wir danach wieder hoch auf die Bühne mussten, um noch The Devil is Real zu spielen. Das dauerte oft Minuten und stahl uns wichtige Zeit, in der die Energie im Publikum natürlich etwas flöten geht. Also besprachen wir im Auto ein paar solcher Dinge, damit die Abläufe zwischen den Songs etwas schneller wurden. Wie gesagt, auf dieser Tour galt es ein paar Dinge auszuprobieren, Trial and Error zu betreiben.

 

Normalerweise dauerte die Strecke Hamburg - Köln ca vier Stunden. Wir brauchten jedoch sieben... Als wir am Kulturcafe Lichtung ankamen hatten wir ein kleines bisschen Zeitdruck. Eine der guten Sachen, wenn man mit so vielen Leuten unterwegs ist, war jedoch, dass der Bus jeden Tag sehr schnell ausgeladen ist und auch die Bühne relativ flott mit Verstärkern, Schlagzeug usw bepackt werden kann. Inzwischen waren wir auch schon ziemlich gut eingespielt, was das Aufbauen anging.

 

Als wir fertig waren, blieb uns nicht mehr viel Zeit, also war nur ein schneller Döner ums Eck drin, bevor wir auf die Bühne mussten. Im Publikum waren um die 30 Leute, soweit ich das erkennen konnte. Köln war vielleicht zusammen mit Berlin die „größte“ Bühne diese Woche und so sahen die Leute vor uns anfangs weniger wie ein Konzertpublikum aus, mehr wie bunt zusammen gewürfelte Leute, die auf ein Bier da waren.

 

Wir spielten "Take What You Need" als erstes und ich nutzte die Zeit vor dem letzten Chorus, um alle vor der Bühne zusammenzurotten. Spätestens, als die ersten Töne von "Money Man" ertönten, sah man den Leuten an, dass sie Spaß hatten. Und wir auch! Der Gig gestern war verdaut und wir hatten neue Energie. Egal ob da fünf oder 500 Leute vor uns stehen, die sollten die beste Show ihres Lebens bekommen. Als ich die ersten Zeilen von Rambler sang hörten wir sogar ein paar Rufe aus dem Publikum. Die Leute kannten den Song! Ich finde es immer wieder verrückt, wenn man in eine andere Stadt kommt und vor Fremden Menschen spielt, die unser Zeug kennen. Das ist ein ganz besonderes Gefühl. Die Show war toll. Ich kanns nicht anders sagen. Wir hatten richtig Spaß mit den Leuten und vor allem "Bears Cove", wo wir am Ende mit allen einen Chor singen kam super an.

 

Nach dem Auftritt hatten wir ein paar schöne Gespräche mit Leuten, die sogar extra für den Auftritt nach Köln gefahren waren. Echt unglaublich. Ein persönliches Highlight war Ina, die uns über Instagram entdeckt hatte und damals schon die alten El Rancho Videos gesehen hatte. Unter anderem auch unsere Tour Dokumentation letztes Jahr 

(https://www.youtube.com/watch?v=VPZErlu_ssk). Dort erzähle ich irgendwann, dass ich meine Tasche mit frischen Unterhosen verloren habe. Sie kam mit einer Freundin und einer riesigen schwarzen Boxershort zum Konzert. Auf die Boxershort stand Trails geschrieben. Sie meinte, das sei für den Fall, dass es wieder ähnlich lief dieses Jahr. Ich, der dieses Jahr mitgedacht und meine Unterwäsche an einem sicheren Ort aufbewahrt hatte, freute mich trotzdem mega über das Geschenk. Ich kanns nur noch mal sagen: Echt abgefahren, was man so als Band erlebt. Verrückt, dass man Leute erreichen kann, die tausende Kilometer entfernt leben und eine Art Bindung aufbaut. Und alles über Musik.

 

 

Nachdem wir ein bisschen mit den Leuten gequatscht hatten, zogen wir noch für ein letztes Kölsch in eine kleine Kneipe ums Eck. Dort beschwerte sich Chris über die kleinen Biere, was ihn aber nicht daran hinderte immer wieder nachzubestellen. Auf dem Weg zurück zum Hotel sahen wir Max Giesinger in der Dönerbude sitzen, in der wir zuvor gegessen hatten. Einfach nur einer aus 80 Millionen...

 

Ich stand noch länger mit Bene und T Bone rum, während die anderen den Sprinter zum Hotel brachten. Da kam ein Straßenmusiker vorbei, der ein kleines E Piano dabei hatte. Er stellte sich vor uns und fing an „The Final Countdown“ zu spielen. Das ganze war ganz witzig, aber nicht wirklich gut. Das war T Bone aber egal. Er stand fasziniert vor dem Mann und meinte immer wieder: „Mann, woher weißt du wo die ganzen Noten sind!“. Das machte mich völlig fertig. T Bone, der Typ, der drei Instrumente spielt und live einfach mal ein 30 Sekunden Gitarrensolo improvisiert, fragt ernsthaft so eine Frage. Der Staßenmusiker fand T Bone super, weil dieser so eingefangen von der Perfomance war. T Bone zückte irgendwann den Gelbeutel und legte zwei Euro auf das Keyboard. „Kauf dir davon ein Bier. Aber keinen Kleber oder so!“, sagte er. Fünf Minuten später, als „Bonanza“ gespielt wurde legte Bone erneut zwei Euro hin. Ein Paar Minuten später, wollte er wieder was hinlegen. Da meinte der Straßenmusiker: „Nein, Alter! Hör auf! Du hast mir schon genug gegeben!“. T Bone machte noch ein kurzes Video, um seiner Freundin zuhause dieses Spektakel präsentieren zu können, dann zogen wir los. Die anderen waren bereits im Hotel. Das „Hotel“ war eine ziemlich abgerissene AirBnB Wohnung, ohne Türen und quietschenden Stockbetten. Nach einigen letzten Zigaretten legten wir uns zu kürzesten Nacht diese Woche hin. Denn in ca drei Stunden mussten wir schon wieder weiter nach München.

 

Also zusammengefasst: Alles positiv! Tolle Show, Cooles Publikum, endlich Max Giesinger gesehen, umwerfende Straßenmusik erlebt, keine Toilette kaputt gemacht.

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